Speckkäfer (Dermestes lardarius)

Aussehen

Die Käfer werden 7 bis 9,5 Millimeter lang und haben meist einen kompakten und rundlich, ovalen Körperbau. Sie unterscheiden sich äußerlich innerhalb der einzelnen Gattungen stark. Die vordere Hälfte der Flügeldecke ist von gelblichen Haaren bedeckt. Charakteristisch sind in diesem Bereich zudem 3 schwarze Punkte. Die hintere Hälfte der Flügeldecke ist schwarz.

Die Larven sind langgestreckt und dicht mit borstigen Haarbüscheln versehen.

Vorkommen und Lebensweise

Gemeine Speckkäfer sind auf der ganzen Welt verbreitet und zählen zu den Kulturfolgern. Man findet sie von den Niederungen bis in hohe Lagen, die noch menschlich bewohnt werden. Sie bewohnen fast ausschließlich menschliche Siedlungen, dort vor allem Gebäude wie zum Beispiel Lagerhäuser. In der Natur kommen sie in Vogelnestern, Bienenstöcken und im Mulm von Laubbäumen vor.

Dieser Vorratsschädling erscheint oft auf Tierprodukten, Räucherwaren, Trockenfisch, Käse, Hundekuchen, Knochen- und Fischmehl - sowie auf Leder und Pelzen. Auch fetthaltige Pflanzenprodukte werden bevorzugt befallen. In Haushalten ist er oft anzutreffen, hier wird seine Nahrung zumeist von toten Insekten und anderem angesammelten Schmutz gebildet. Sogar in Rattenködern kann diese Spezies sich entwickeln, sofern diese noch mit Grieben (ein Nebenprodukt der Talg- und Fettgewinnung aus tierischen Produkten) hergestellt wurden. Auch in Bienenstöcken oder Vogelnestern findet man den Speckkäfer.

Das Weibchen legt die Eier (ca. 100-170 Stück) auf Stoffe, die für die Nahrung der Larven geeignet sind. Unter günstigen Bedingungen kann die Imago sich bereits nach 60-90 Tagen aus dem Ei entwickeln. Trotz dieser relativ kurzen Entwicklungszeit bringt der Speckkäfer oft nur eine Generation pro Jahr hervor. 

Die Larve, welche am Körperende zwei kräftige Dorne trägt, bohrt sich vor dem Verpuppen in ein Substrat ein. Am Ende des Gangs legt sie dann eine Wiege an, in welcher sie sich dann verpuppt.

Schaden

In Lagern und Haushaltungen fressen die Larven an Speck, Schinken, Wurst, hartem Käse, Eiernudeln, Trockenfisch, ausgestopften Tieren, Insektensammlungen, Horn, Hufen, Leder und Rohfellen. Da sie in der Lage sind Keratin zu verdauen, können sie sich auch von Federn, Wolle und Fellen ernähren und auf diese Weise Textilien und Pelze zerstören.

Zur Verpuppung bohren sich die Larven dann in feste, aber nicht zu harte Materialien wie Holz, Kork, Pappe, Papierlagen, Styropor, Tabakballen oder sogar Mörtel ein. Falls Speckkäfer in Massen auftreten, oder jahrelang nicht bekämpft werden, kann es durch dieses Verhalten auch zu massiven Schäden an Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen kommen. Der Gemeine Speckkäfer kann somit gleichzeitig als Hygiene- und Materialschädling angesehen werden. Liegt ein Befall mit dem Gemeinen Speckkäfer vor, so müssen zunächst die Entwicklungsstätten der Larven ausfindig gemacht und beseitigt werden. Problematisch ist bei der Bekämpfung von Speckkäfern, dass sich die Larven zur Verpuppung in unzugängliche Hohlräume zurückziehen oder sich sogar in bestimmte, nicht zu harte Materialien (s. o.) einbohren können. Daher sind die Puppen in der Praxis nicht zu bekämpfen. Erst die ausschlüpfenden Imagines können wieder bekämpft werden.