Kornkäfer (Sitophilus granarius)

Aussehen

Der Kornkäfer ist ein flugunfähiger, etwa 4 mm langer, braun bis schwarzer Rüsselkäfer, der ursprünglich aus Vorderasien stammt (wie auch die Vorfahren unserer heutigen Getreidearten). Er ist der in Europa am weitesten verbreitete Getreideschädling und ist bereits aus der frühen Jungsteinzeit (Bandkeramik) nachgewiesen. Der Kornkäfer tritt in Mitteleuropa somit gleichzeitig mit dem Beginn des Getreideanbaus auf.

Der Kornkäfer ist ursprünglich eine samenfressende Art, entwickelte sich aber zu einem der ernsthaftesten Getreidevorratsschädlingen. Er ist relativ kältefest und richtet größere Schäden in Europa, kühleren Gebieten Nordamerikas und in Australien an.

Er ist ein typischer Schädling des Lagergetreides in kleineren, bäuerlichen Betrieben. Im überlagerten Getreide kann die Befallsdichte hoch sein.

Lebensweise

Das Weibchen legt seine ca. 200 Eier durch ein tiefes Loch ins Korn, welches es vorher mit dem Rüssel gebohrt hat. Nach der Eiablage wird das Korn mit einem Stopfen wieder verschlossen. Dieses ist so kunstvoll verborgen, dass es nur mit einem Spezialfarbstoff sichtbar gemacht werden kann. Die Eier sind jeweils 0,5 - 0,8 mm lang und weiß gefärbt. Nach dem Ausschlüpfen bleibt die noch beinlose Larve im Korn, wo sie sich eine Kammer nagt, um sich später darin zu verpuppen.

Die Larven entwickeln sich vor allem in Weizen, Roggen, Gerste, Reis und Mais, sowie in Sonnenblumensamen, Hirse, Teigwaren, Eicheln und Esskastanien. In Mehl und anderen feinkörnigen Produkten kommen die Larven zwar nicht vor, jedoch können sie sich in vertrockneten Teigresten oder ausgetrocknetem Mehlstaub wieder entwickeln.

Die gesamte Entwicklung findet im Getreideinneren statt, eine Larve bewohnt dabei jeweils ein Korn. Nur großkörnige Maissamen können mehrere Tiere enthalten.

Erst das ausgewachsene Tier nagt sich durch das Korn ins Freie und hinterlässt ein großes unregelmäßig rundliches Loch. Die Gesamtentwicklung ist jahreszeitabhängig. Im Sommer dauert sie 30-40 Tage, während es im Winter bis zu 150 Tage sein können. Im Laufe des Jahres können sich bis zu vier Generationen entwickeln. Der Kornkäfer selbst kann etwa zwei Jahre alt werden.

Schaden

Sowohl der Käfer als auch die Larven ernähren sich, indem sie Getreidekörner von innen komplett auffressen. Da solcherart ausgehöhlte Getreidekörner schwimmen, kann man den Befall auf diese Art und Weise identifizieren. Sie bevorzugen dabei dunkle, warme und feuchte Stellen im Inneren des Getreidespeichers, was die Entdeckung des Befalls erschwert. Der Kornkäfer ist einer der gefährlichsten Schädlinge in gelagerten Produkten, in Haushalten dagegen richtet er relativ selten Schäden an.