Bettwanzen (Cimex lectularius)

Bettwanzen gelangen als blinde Passagiere im Reisegepäck, mit gebrauchten Möbeln, Teppichen und Matratzen, mit Bildern und anderen Wertgegenständen ins neue Domizil. Dort angekommen, breiten sie sich dann aktiv auf ihren sechs Beinen aus. Der bevorzugte Aufenthaltsbereich von Bettwanzen liegt im Schlafbereich des Wirtes, d.h. im Schlafzimmer. Dort verbergen sie sich tagsüber in Ritzen und Spalten und kommen nur nachts zur Blutmahlzeit aus ihrem Versteck. Dieses befindet sich bevorzugt in Falzen von Matratzen, in Ritzen und Spalten von Bettrahmen, -kasten und –rost, hinter Kopfteil, Sideboard, Bilderrahmen und Blenden, hinter losen Tapeten und Fussleisten, in Elektrokanälen und Lichtschaltern, in defekten Fugen von Tür- und Fensterrahmen.

Doch in den vergangenen fünf Jahren häufen sich die Berichte von schlaflosen Nächten in Nobelhotels, von Bettwanzen verursacht. In Deutschland sind besonders Ballungsgebiete wie beispielsweise das Ruhrgebiet, Hamburg und Berlin betroffen.

Rainer Gsell, Bundesvorsitzender des Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verbandes in Essen, führt das darauf zurück, dass diese Regionen besonders viel bereist werden, vor allem von Geschäftsleuten, die in der ganzen Welt unterwegs sind. Und die können auch schon mal blinde Passagiere im Gepäck haben. "Da kann auch niemand 'was dafür", fährt Gsell fort. Die Rückkehr der Bettwanzen hat nämlich nichts mit mangelnder Hygiene und Sauberkeit zu tun.

Wer im Urlaub den Eindruck hatte, dass es einen Bettwanzenbefall gab, sollte folgende Ratschläge beherzigen: "Zu Hause den Koffer möglichst umgehend auspacken, und das in der Badewanne machen", sagt Reiner Pospischil, Parasiten-Experte bei Bayer CropScience in Leverkusen.

Die Wäsche sortieren und bis zum Waschen in fest schließenden Plastikbeuteln verstauen. Das Waschen bei über 30 Grad Celsius - bei 60 Grad ist man auf der sicheren Seite - tötet dann etwa vorhandene Eier ab.

Kuscheltiere, Wecker und andere Dinge, die nicht in die Waschmaschine dürfen, sollte man ebenfalls in Plastikbeutel packen und ein bis zwei Tage in den Gefrierschrank legen

Aussehen

Die Bettwanzen gehören zu der Insektenfamilie der Plattwanzen. Sie erreichen eine Körperlänge zwischen 2,5 bis 6 Millimetern. Die meist rötlich-braunen Tiere haben einen rundlich-ovalen Körperumriss mit kurzer Behaarung. Der Hinterleib der Weibchen ist fast kreisrund, jener der Männchen schmaler. Nach längeren Perioden ohne Nahrungsaufnahme sind die Tiere sehr flach. In vollgesogenem Zustand kann sich der Hinterleib sehr stark dehnen und eine dunklere Färbung annehmen.

Entwicklung

Die erwachsenen Bettwanzen und auch die Larven ernähren sich von Blut. Sie sind sehr lichtscheu und fallen deshalb nachts ihren Wirt an. Mittels Saugrüsseln stechen sie in freiliegende Körperteile. Hierbei können sie bis zu 7 mg Blut saugen, nahezu das Fünffache des eigenen Körpergewichtes. Dieser Stich wird kaum wahrgenommen, jedoch die Folgen wie z.B. juckende Pickel und Schwellungen
an der Einstichstelle werden vielfach als unangenehm empfunden.

Nachdem die Bettwanze sich bei ihrem Wirt gesättigt hat, versteckt sie sich in Matratzen, Ritzen oder Polstern, Wand- und Deckenrissen, hinter Bildern, Tapeten oder ähnlichen versteckten Winkeln.Hier legen die Weibchen auch ihre Eier ab. Die Entwicklung der Bettwanzen verläuft am günstigsten bei einer Temperatur von 18 - 20 °C. Wenn sie dann stän dig reichhaltige Nahrung bekommt, dauert es nur etwa 6 - 9 Wochen zur Entwicklung einer Generation. Die Tiere sind aber in der Lage, mehrere Monate
lang zu hungern.

Schaden

Bislang fehlt bei Bettwanzen der Beweis, dass sie Überträger von Infektionskrankheiten sind. Die Stiche der Bettwanze und anderer Plattwanzen sind anfangs schmerzlos, können aber unter Umständen zu unangenehm juckenden Quaddeln und selten zu allergischen Reaktionen führen. Durch die Erhöhung des allgemeinen Hygienestandards in den Industrieländern ist die Häufigkeit der Bettwanze (Cimex lectularius), eine auf menschliches Blut spezialisierte Plattwanze, im Vergleich zu den vergangenen Jahrhunderten deutlich zurückgegangen. Dennoch ist die Art hier keineswegs ausgestorben. Sie tritt immer wieder punktuell auf, vor allem in Wohnungen in der Nähe von Brutplätzen verwilderter Haustauben, an denen sie auch saugt. Da die Tiere tagsüber in Verstecken leben, werden sie aber kaum vom Menschen wahrgenommen.

Die parasitologisch-medizinische Bedeutung der Bettwanze ist mit Ausnahme des Verdachtes der Übertragung von Hepatitis-Erregern sehr gering. Die Stiche der Bettwanze und anderer Plattwanzen sind anfangs schmerzlos, können aber unter Umständen zu unangenehm juckenden Quaddeln und selten zu allergischen Reaktionen führen.