Gemeine / Gewöhnliche Nagekäfer / Holzwurm

Allgemein

Der Gemeine Nagekäfer wird umgangssprachlich, wegen der Aktivität der Larven, auch Holzwurm genannt. Die ausgewachsenen Käfer werden etwa 2,5 bis 5 Millimeter lang. In der freien Natur findet man sie sehr selten, dann vor allem an trockenem Laub- und Nadelholz, häufig unter Efeu. Der Nagekäfer ist grundsätzlich
flugfähig und kann sich fliegend neue Eiablageplätze suchen.

Lebensweise, Biologie

Die Larven des Nagekäfers befallen verbautes, also kein frisches Holz (Trockenholzschädling). Aus den in Holzspalten oder Rissen abgelegten Eiern schlüpfen die Larven, diese fressen sich durch das Frühholz. Das Spätholz wird verschont und bleibt lamellenartig stehen.
Nach mehreren Wachstumszyklen verpuppt sich die ausgewachsene Larve. Nach seiner Wandlung (Metamorphose) schlüpft ein geschlechtsreifer Käfer aus der Puppe, der einen Kopulationspartner sucht. Die Ausfluglöcher sind rund und haben einen Durchmesser von ein bis 2 Millimetern. Nach erfolgter Befruchtung legt das Nagekäferweibchen seine Eier einzeln oder in Gelegen bis zu 15 Stück in feine Risse oder auch in alte Fluglöcher. Hier setzt sich dann der Zyklus weiter fort. Die Entwicklungszeit der Larve dauert unter günstigen Bedingungen ein Jahr, bei ungünstigen Bedingungen bis zu acht Jahre; der schlüpfende Käfer legt seine Eier gern in das Holz, in dem er selbst aufgewachsen ist.

Schaden

Der Frass konzentriert sich auf das Splintholz, Kernholz wird nur selten angegriffen. Sind die Larven aktiv, erkennt man das an herausquellendem Holzmehl. Legt man schwarzes Papier oder Ähnliches unter die betroffene Stelle, sieht man bei Befallsaktivität nach wenigen Tagen Holzmehl auf dem Papier (Frasspausen berücksichtigen).
Die Larve des Nagekäfers benötigt eine Mindestholzfeuchtigkeit von mehr als 10 % und bevorzugt kühlere Orte, deshalb tritt er in zentralbeheizten Räumen nur selten auf. Kritische Bereiche sind feuchte Räume oder dort, wo Bodenkühle/-feuchte auftreten kann. Der Befall ist nicht an ein Maximalalter des Holzes gebunden. Der Gemeine Nagekäfer kann also durchaus auch jahrhundertealtes Holz befallen. Neben dem Hausbock ist er der grösste Schädling am verbauten Holz. Kommt vielfach mit diesem gemeinsam vor und bevorzugt hohe Temperaturen und Feuchtigkeit. Befall an verbautem Nadel- und Laubholz. Vom Weidenkorb bis zum Firstbalken ist vor dem Angriff nichts sicher.
Die von den Larven angerichteten Zerstörungen können so weit gehen, dass das Innere der befallenen Holzteile völlig in Frassmehl verwandelt wird. Ausflugslöcher 1 - 2 mm Durchmesser, kreisrund. Entwicklungszeit je nach Lebensbedingungen 1 - 3 Jahre. Lebensweise der übrigen Anobienarten.